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OffgridRechner

Balkonkraftwerk-Rechner: Ertrag, Ersparnis und Amortisation berechnen

Zwei Module am Geländer, 800 W Wechselrichter, 700 € bezahlt: Wann hat sich das gerechnet? Dieser Rechner ermittelt den Jahresertrag aus Ausrichtung, Neigung und Verschattung, bestimmt über die Grundlast deines Haushalts den tatsächlich selbst genutzten Anteil und zeigt daraus Ersparnis pro Jahr, Amortisationsdauer und Gewinn über die Laufzeit.

Der Strompreis ist mit dem aktuellen Eurostat-Durchschnitt für Deutschland vorbelegt – trag einfach deinen eigenen Arbeitspreis ein, dann stimmt die Rechnung für deinen Haushalt.

Anlage

Module, Wechselrichter und Montage

Summe aller Module laut Typenschild. Übliche Sets: 2 × 440 Wp = 880 Wp.

Maximale Einspeiseleistung. In Deutschland sind seit 2024 800 W zulässig, ältere Geräte liefern 600 W.

Himmelsrichtung, in die die Module zeigen.

Senkrecht ist die häufigste Variante am Balkongeländer; aufgeständert bringt deutlich mehr.

Nachbarbalkon, Baum oder Dachüberstand – Teilverschattung wirkt überproportional.

Referenzstandorte: Hamburg, Nordhessen und München (PVGIS-Daten, Mittel 2005–2023).

Haushalt

Was im Haus dauerhaft läuft – davon hängt der Eigenverbrauch ab

Dauerverbrauch: Kühlschrank, Router, Standby. Typisch 80–150 W allein, 150–300 W in der Familie.

Nur für die Angabe, welchen Anteil deines Verbrauchs die Anlage deckt.

Nutzbare Kapazität eines Balkonkraftwerk-Speichers. 0 = kein Speicher. Kosten in den Anschaffungskosten ergänzen.

Kosten und Strompreis

Module, Wechselrichter, Halterung, Kabel – und gegebenenfalls Speicher und Elektriker.

Arbeitspreis laut deiner Stromrechnung. Vorbelegt mit dem Landesdurchschnitt (Eurostat 2025-S2) – überschreib ihn für ein genaues Ergebnis.

Bei Balkonkraftwerken üblicherweise 0: Überschuss geht ohne Vertrag unvergütet ins Netz.

Erweiterte Einstellungen

Annahme über die Zukunft. 2 % entspricht etwa der langjährigen Inflation.

Herstellergarantien nennen meist 0,4–0,6 % pro Jahr.

Module halten in der Regel 20–25 Jahre.

Verluste durch Modultemperatur, Verschmutzung, Wechselrichter und Kabel. Bei Balkonkraftwerken 75–85 %.

Ergebnis

Amortisation nach

4,6 Jahren

148,74 € Ersparnis im Jahr bei 700,00 € Anschaffungskosten

Selbst genutzter Anteil des Ertrags384 / 573 kWh
Jahresertrag
573 kWh
652 kWh je kWp
Davon selbst genutzt
384 kWh
Eigenverbrauch 67 %
Ersparnis pro Jahr
148,74 €
rund 12,40 € im Monat
Gewinn nach 20 Jahren
2.736,09 €
3.436,09 € Ersparnis abzüglich Anschaffung
Unvergütet eingespeist
189 kWh
ohne Einspeisevertrag ohne Erlös
Deckung des Jahresverbrauchs
15 %
Anteil am Haushaltsstrom
Bester und schwächster Monat
April 63 kWh · Dezember 21 kWh
Vermiedenes CO₂
218 kg/Jahr
  • Senkrecht am Geländer fehlen rund 30 % gegenüber einem aufgeständerten Modul. Wenn die Halterung eine Neigung von 30° erlaubt, lohnt sich das deutlich.
  • Alle Werte sind Orientierungswerte auf Basis von Monatsmitteln. Wetter, genaue Verschattung und das tatsächliche Verbrauchsverhalten können das Ergebnis um 10–20 % verschieben.
Rechenweg anzeigen
  1. 1Jahresertrag: 880 W Module, Süd Senkrecht am Geländer (90°) (70 % des Optimums) = 573 kWh/Jahr
  2. 2Spezifischer Ertrag: 652 kWh/kWp
  3. 3Eigenverbrauch bei 150 W Grundlast: 384 kWh/Jahr (67 % des Ertrags)
  4. 4Unvergütet ins Netz: 189 kWh/Jahr
  5. 5Ersparnis: 384 kWh × 0,39 € = 148,74 € im ersten Jahr
  6. 6Amortisation: 700,00 € ÷ 148,74 € = 4,6 Jahre
  7. 7Über 20 Jahre: 3.436,09 € Ersparnis, nach Abzug der Anschaffung 2.736,09 €

 

So wird gerechnet

Ein Balkonkraftwerk spart nur Geld, wenn der Strom im eigenen Haushalt verbraucht wird. Überschuss geht ohne Einspeisevertrag unvergütet ins Netz. Deshalb rechnet dieser Rechner nicht mit einer pauschalen Eigenverbrauchsquote, sondern stellt den Tagesverlauf der Erzeugung der Grundlast deines Haushalts gegenüber.

Ertrag [kWh/Jahr] = Modulleistung [kWp] × Einstrahlung × Ausrichtungsfaktor × Verschattung × Performance Ratio Eigenverbrauch = Anteil der Erzeugung, der unter der Grundlast liegt Ersparnis [€/Jahr] = Eigenverbrauch [kWh] × Strompreis [€/kWh]
880 Wp senkrecht nach Süden in Mitteldeutschland ≈ 600 kWh/Jahr; bei 150 W Grundlast werden davon ca. 65 % selbst genutzt
Amortisation [Jahre] = Anschaffungskosten ÷ jährliche Ersparnis
700 € ÷ 151 €/Jahr ≈ 4,6 Jahre – mit 2 % Strompreissteigerung etwas schneller

Warum die Ausrichtung so viel ausmacht

Der Referenzwert ist ein nach Süden geneigtes Modul (30–35°). Alle anderen Montagearten liefern einen Anteil davon – die senkrechte Montage an der Balkonbrüstung, die bei Balkonkraftwerken am häufigsten ist, kommt auf etwa 70 %.

Anteil am Optimum (Süd, 35°), berechnet mit PVGIS für Mitteldeutschland. Auch flach liegend zählt die Himmelsrichtung: Schon bei 10° Neigung fehlt nach Norden rund ein Viertel.
Ausrichtungflach (10°)geneigt (35°)senkrecht (90°)
Süd92 %100 %70 %
Südost / Südwest91 %95 %66 %
Ost / West85 %81 %51 %
Nordost / Nordwest80 %63 %31 %
Nord77 %55 %20 %

Wechselrichter-Grenze und Überbelegung

Seit 2024 sind in Deutschland 800 W Einspeiseleistung erlaubt (vorher 600 W). Module dürfen mehr leisten – das ist sogar sinnvoll, weil die Nennleistung nur unter Laborbedingungen erreicht wird. Übersteigt die Modulleistung die Wechselrichtergrenze deutlich, wird an sonnigen Mittagen abgeregelt; der Rechner weist diesen Anteil aus.

Anmeldung: Balkonkraftwerke müssen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden (vereinfacht, kostenlos). Die separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit dem Solarpaket I entfallen. Mieter und Eigentümer haben seit 2024 einen gesetzlichen Anspruch auf Zustimmung zur Installation – bauliche Auflagen können trotzdem gelten.

Rechenbeispiel

Typisches Set an einer Mietwohnung: zwei Module mit zusammen 880 Wp, 800-W-Mikrowechselrichter, senkrecht an der Südbrüstung, leichte Verschattung am Nachmittag, Mitteldeutschland. Haushalt mit 150 W Grundlast und 2.500 kWh Jahresverbrauch, Anschaffungskosten 700 €.

Eingaben

  • Modulleistung: 880 Wp
  • Wechselrichter-Leistung: 800 W
  • Ausrichtung: Süd
  • Montage: Senkrecht am Geländer (90°)
  • Verschattung: Leicht (kurz am Rand)
  • Region: Mitteldeutschland
  • Grundlast des Haushalts: 150 W
  • Jahresstromverbrauch: 2.500 kWh
  • Speicher (optional): 0 Wh
  • Anschaffungskosten: 700 €
  • Dein Strompreis: 0,387 €/kWh
  • Einspeisevergütung: 0 €/kWh
  • Jährliche Strompreissteigerung: 2 %
  • Jährlicher Leistungsverlust der Module: 0,5 %
  • Betrachtungszeitraum: 20 Jahre
  • Performance Ratio: 80 %

Ergebnis

4,8 Jahren

Amortisation nach

Jahresertrag
516 kWh
Davon selbst genutzt
364 kWh
Ersparnis pro Jahr
140,69 €
Gewinn nach 20 Jahren
2.549,99 €
Unvergütet eingespeist
152 kWh
Deckung des Jahresverbrauchs
15 %
Bester und schwächster Monat
April 57 kWh · Dezember 19 kWh
Vermiedenes CO₂
196 kg/Jahr

Rechenweg

  1. Jahresertrag: 880 W Module, Süd Senkrecht am Geländer (90°) (70 % des Optimums) = 516 kWh/Jahr
  2. Spezifischer Ertrag: 586 kWh/kWp
  3. Eigenverbrauch bei 150 W Grundlast: 364 kWh/Jahr (70 % des Ertrags)
  4. Unvergütet ins Netz: 152 kWh/Jahr
  5. Ersparnis: 364 kWh × 0,39 € = 140,69 € im ersten Jahr
  6. Amortisation: 700,00 € ÷ 140,69 € = 4,8 Jahre
  7. Über 20 Jahre: 3.249,99 € Ersparnis, nach Abzug der Anschaffung 2.549,99 €

Die Variablen erklärt

Modulleistung (Wp)
Summe der Nennleistungen aller Module. Übliche Sets: 2 × 440 Wp = 880 Wp. Mehr Module lohnen sich, solange die Abregelung klein bleibt.
Wechselrichter (W)
Maximale Einspeiseleistung. In Deutschland sind 800 W zulässig; ältere Geräte liefern 600 W.
Ausrichtung und Neigung
Bestimmen zusammen den Ertragsanteil gegenüber dem Optimum (Süd, 35°). Senkrecht am Geländer heißt weniger Sommer-, aber relativ mehr Winterertrag – die tiefe Wintersonne trifft die Fläche fast senkrecht.
Verschattung
Nachbarbalkon, Baum, Dachüberstand. Teilverschattung wirkt überproportional, weil der Wechselrichter dem schwächsten Modulstrang folgt.
Grundlast (W)
Was im Haushalt dauerhaft läuft: Kühlschrank, Router, Standby. Sie entscheidet, wie viel des erzeugten Stroms direkt genutzt wird. Typisch 80–300 W.
Speicher (Wh)
Optionaler Balkonkraftwerk-Speicher. Er verschiebt Mittagsüberschuss in die Nacht – mehr als der Nachtverbrauch bringt er aber nicht.
Strompreis (€/kWh)
Dein Arbeitspreis laut Rechnung. Vorbelegt ist der Eurostat-Durchschnitt für Deutschland – dein eigener Tarif ist genauer.
Anschaffungskosten (€)
Module, Wechselrichter, Halterung, Kabel und gegebenenfalls Speicher und Elektriker.

Typische Fehler

  • Mit dem Ertrag rechnen statt mit dem Eigenverbrauch: Gespart wird nur, was im Haus bleibt – der Rest fließt unvergütet ins Netz.
  • Die Nennleistung für bare Münze nehmen: 880 Wp liefern in Deutschland je nach Montage 500–900 kWh im Jahr, nicht 880 kWh.
  • Senkrechte Montage mit geneigter verwechseln: Am Geländer fehlen rund 30 % gegenüber dem aufgeständerten Modul.
  • Verschattung unterschätzen: Ein Baum, der nur nachmittags stört, kostet schnell ein Viertel des Jahresertrags.
  • Speicher ohne Mehrkosten rechnen: Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch, aber auch die Anschaffungskosten – beides gehört in dieselbe Rechnung.
  • Strompreissteigerung als sicher annehmen: Sie verkürzt die Amortisation rechnerisch, ist aber eine Annahme über die Zukunft.

Annahmen und Grenzen

  • Die Grundlast wird als konstant angenommen. Reale Haushalte haben Lastspitzen (Kochen, Waschmaschine), die tagsüber zusätzlich Eigenverbrauch erzeugen – der Rechner liegt damit eher auf der vorsichtigen Seite.
  • Der Tagesverlauf wird als Halbsinus über ein monatliches Erzeugungsfenster modelliert, aufgeteilt in sonnige und trübe Tage. Für belastbare Einzelwerte ist eine Stundensimulation nötig (PVGIS, NREL PVWatts).
  • Die Ertragsdaten stammen aus PVGIS (Mittel 2005–2023) für einen Referenzstandort je Region – dein Standort kann um einige Prozent abweichen. Der Geländehorizont ist enthalten, die Verschattung durch Nachbargebäude und Bäume nicht; dafür ist das Feld „Verschattung“ da.
  • Der Speicher wird nur so weit geladen, wie er nachts auch entladen werden kann; Round-Trip-Wirkungsgrad 90 %.
  • Es werden keine Wartungs-, Versicherungs- oder Rückbaukosten berücksichtigt und keine Förderungen oder Zuschüsse.
  • Die Rechnung ist keine steuerliche oder rechtliche Beratung; Anmeldepflichten und Mietrecht bleiben zu prüfen.

Häufige Fragen

Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk?

Bei einem 800-W-Set für 700 €, senkrechter Südmontage und 150 W Grundlast liegt die Amortisation bei etwa vier bis fünf Jahren. Entscheidend sind drei Größen: Anschaffungspreis, Strompreis und Eigenverbrauchsanteil. Günstige Sets ab 400 € amortisieren sich in zwei bis drei Jahren, ungünstige Ausrichtung mit Verschattung kann acht Jahre und mehr bedeuten.

Wie viel kWh bringt ein 800-W-Balkonkraftwerk im Jahr?

In Deutschland je nach Montage 500–900 kWh. Aufgeständert nach Süden sind rund 900–1.000 kWh je kWp möglich, senkrecht am Balkongeländer etwa 650–700 kWh je kWp. Ost- oder Westausrichtung liegt dazwischen, Nordausrichtung deutlich darunter.

Wie viel Geld spart ein Balkonkraftwerk im Jahr?

Ersparnis = selbst genutzte kWh × Strompreis. Bei 600 kWh Ertrag, 65 % Eigenverbrauch und 0,39 €/kWh sind das rund 150 € im Jahr. Wer tagsüber zu Hause ist oder eine höhere Grundlast hat, kommt darüber; wer den ganzen Tag außer Haus ist und keinen Speicher hat, darunter.

Warum zählt nur der Eigenverbrauch?

Ein Balkonkraftwerk wird in der Regel ohne Einspeisevertrag betrieben. Strom, den du im Moment der Erzeugung nicht verbrauchst, fließt unvergütet ins Netz. Der Zähler läuft dabei nicht rückwärts – moderne Zähler haben eine Rücklaufsperre. Deshalb ist die Grundlast des Haushalts die wichtigste Stellschraube.

Lohnt sich ein Speicher für das Balkonkraftwerk?

Er erhöht den Eigenverbrauch deutlich – im Beispiel von 65 % auf über 80 % – und damit die Ersparnis um etwa 35 € im Jahr. Kostet der Speicher 600 €, verlängert er die Amortisation trotzdem. Rechne beides zusammen: Trage die Speichergröße ein und erhöhe die Anschaffungskosten entsprechend.

Darf ich 800 W einspeisen und wie viel Modulleistung ist erlaubt?

Seit 2024 sind in Deutschland 800 W Wechselrichterleistung zulässig. Für die Modulleistung gibt es im vereinfachten Verfahren eine Grenze von 2.000 Wp. Eine Überbelegung ist sinnvoll, weil die Nennleistung selten erreicht wird – ab etwa dem 1,3-Fachen der Wechselrichterleistung wird an sonnigen Mittagen aber spürbar abgeregelt.

Was bringt ein senkrecht montiertes Modul am Balkongeländer?

Etwa 70 % dessen, was dasselbe Modul nach Süden geneigt liefern würde. Dafür ist der Winterertrag relativ besser, weil die Sonne tief steht – und im Winter ist der Strom wegen der längeren Dunkelphasen besonders gut selbst nutzbar.

Muss ich mein Balkonkraftwerk anmelden?

Ja, im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur – das ist kostenlos und dauert wenige Minuten. Die frühere zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber ist mit dem Solarpaket I entfallen. Für Mietwohnungen und Eigentumswohnungen besteht seit 2024 ein gesetzlicher Anspruch auf Zustimmung, bauliche Auflagen können aber bestehen bleiben.

Rechnet sich ein Balkonkraftwerk auch bei Nordausrichtung?

Selten. Nach Norden senkrecht montiert bleiben nur rund 30 % des Optimums – bei 880 Wp etwa 250 kWh im Jahr. Bei 0,39 €/kWh und gutem Eigenverbrauch sind das unter 80 € jährlich, die Amortisation liegt dann jenseits von zehn Jahren. Eine Ost- oder Westfassade ist fast immer die bessere Wahl.

Woher kommt der voreingestellte Strompreis?

Aus der Eurostat-Statistik zu Haushaltsstrompreisen (Verbrauchsband 2.500–4.999 kWh, inklusive aller Steuern und Abgaben). Das ist ein Landesdurchschnitt – dein Arbeitspreis steht auf deiner Stromrechnung und ist für die Rechnung genauer. Überschreib den Wert einfach.

Quellen und Grundlagen