Powerstation-Rechner: Welche Größe brauche ich?
1.000 Wh oder doch 2.000? Und reicht der Ausgang für den Wasserkocher? Dieser Rechner beantwortet beide Fragen zusammen: Er addiert deine Geräte inklusive der Verluste am jeweiligen Ausgang, rechnet die gewünschten Tage ohne Nachladen und die Reserve ein und nennt die passende Gerätegröße – dazu die Dauerleistung und den Anlaufstrom, die dein Gerät liefern können muss.
Denn an der Leistung scheitern die meisten Fehlkäufe: Eine große Kapazität nützt nichts, wenn der Ausgang das stärkste Gerät nicht betreiben kann.
Ergebnis
Empfohlene Powerstation
2.048 Wh
rechnerisch nötig: 2.032 Wh · hält 2,4 Tage
- Nötige Dauerleistung
- 65 W
- stärkstes Einzelgerät
- Nötige Spitzenleistung
- 135 W
- Anlaufstrom beim Einschalten
- Verbrauch pro Tag
- 762 Wh
- inkl. 77 Wh Wandlerverluste
- Rechnerisch nötige Kapazität
- 2.032 Wh
- für 2 Tage inkl. Reserve
- Laufzeit der Empfehlung
- 2,4 Tage
- mit 2.048 Wh
- Alles gleichzeitig
- 120 W
- Summe aller Geräte
- „Kühlbox“ zieht beim Anlaufen kurz 135 W. Die Spitzenleistung der Powerstation muss darüber liegen.
- Wenn wirklich alles gleichzeitig läuft, sind es 120 W. In der Praxis kommt das selten vor – aber der Ausgang sollte es verkraften.
Rechenweg anzeigen
- 1Kühlbox: 45 W × 10 h über 12 V/USB = 489 Wh
- 2Laptop: 65 W × 3 h über 230 V = 229 Wh
- 3LED-Licht: 10 W × 4 h über 12 V/USB = 43 Wh
- 4Tagesverbrauch: 762 Wh (davon 77 Wh Wandlerverluste)
- 5Nötige Kapazität: 762 Wh × 2 Tage × (1 + 20 %) ÷ 90 % = 2.032 Wh
- 6Passende Geräteklasse: 2.048 Wh – hält damit 2,4 Tage
- 7Nötige Leistung: 65 W dauerhaft, 135 W kurzzeitig beim Anlaufen
So wird gerechnet
Eine Powerstation muss zwei Anforderungen gleichzeitig erfüllen – und die meisten Fehlkäufe entstehen, weil nur auf die erste geschaut wird:
- Energie (Wh): Reicht die Kapazität für so viele Tage, wie du ohne Steckdose auskommen willst?
- Leistung (W): Kann das Gerät dein stärkstes Verbrauchsgerät überhaupt betreiben?
Eine 2.000-Wh-Powerstation mit 300 W Dauerleistung hat viel Energie, betreibt aber keinen Wasserkocher. Umgekehrt nützt ein 2.000-W-Ausgang wenig, wenn nach vier Stunden Schluss ist. Deshalb rechnet dieser Rechner beides getrennt.
Tagesverbrauch [Wh] = Σ (Leistung × Laufzeit ÷ Wirkungsgrad des Ausgangs)
Kapazität [Wh] = (Tagesverbrauch − Nachladung) × Tage × (1 + Reserve) ÷ nutzbarer AnteilWarum der Ausgang den Verbrauch verändert
Geräte am 230-V-Ausgang laufen über den Wechselrichter und kosten 12–18 % zusätzlich. Am 12-V- oder USB-Ausgang sind es nur 5–10 %. Derselbe Laptop zieht also aus der Powerstation mehr, wenn er am Schuko-Netzteil hängt, als am USB-C-Ausgang.
Dauerleistung, Spitzenleistung, Gleichzeitigkeit
| Größe | Bedeutung | Wonach richten? |
|---|---|---|
| Dauerleistung | Was das Gerät dauerhaft liefern kann | stärkstes Einzelgerät |
| Spitzenleistung | Kurzer Anlaufstrom beim Einschalten | Kompressor oder Motor × 2–3 |
| Gleichzeitigkeit | Summe, wenn alles zusammen läuft | realistisch selten alles gleichzeitig |
Rechenbeispiel
Wochenende im Van ohne Landstrom: Kompressor-Kühlbox, Laptop am 230-V-Netzteil, LED-Licht und zwei Smartphones – zwei Tage ohne Nachladen, 20 % Reserve.
Eingaben
- Geräte:
- Kühlbox: 45 W × 10 h/Tag × 0 1/0
- Laptop: 65 W × 3 h/Tag × 1 1/0
- LED-Licht: 10 W × 4 h/Tag × 0 1/0
- Smartphone laden: 20 W × 2 h/Tag × 0 1/0
- Tage ohne Nachladen: 2 Tage
- Nachladung pro Tag: 0 Wh
- Sicherheitsreserve: 20 %
- Nutzbarer Anteil der Kapazität: 90 %
- Wirkungsgrad 230-V-Ausgang: 85 %
- Wirkungsgrad 12-V-/USB-Ausgang: 92 %
Ergebnis
3.072 Wh
Empfohlene Powerstation
- Nötige Dauerleistung
- 65 W
- Nötige Spitzenleistung
- 135 W
- Verbrauch pro Tag
- 805 Wh
- Rechnerisch nötige Kapazität
- 2.148 Wh
- Laufzeit der Empfehlung
- 3,4 Tage
- Alles gleichzeitig
- 140 W
Rechenweg
- Kühlbox: 45 W × 10 h über 12 V/USB = 489 Wh
- Laptop: 65 W × 3 h über 230 V = 229 Wh
- LED-Licht: 10 W × 4 h über 12 V/USB = 43 Wh
- Smartphone laden: 20 W × 2 h über 12 V/USB = 43 Wh
- Tagesverbrauch: 805 Wh (davon 80 Wh Wandlerverluste)
- Nötige Kapazität: 805 Wh × 2 Tage × (1 + 20 %) ÷ 90 % = 2.148 Wh
- Passende Geräteklasse: 3.072 Wh – hält damit 3,4 Tage
- Nötige Leistung: 65 W dauerhaft, 135 W kurzzeitig beim Anlaufen
Die Variablen erklärt
- Geräte: Leistung, Laufzeit, Ausgang
- Leistung laut Typenschild, tatsächliche Laufzeit pro Tag und ob das Gerät am 230-V- oder am 12-V-/USB-Ausgang hängt.
- Tage ohne Nachladen
- Wie lange die Powerstation ohne Steckdose, Solar oder Auto durchhalten soll. Wochenende = 2, eine Woche freistehen = 3–4 mit Solar.
- Nachladung pro Tag (Wh)
- Was täglich hereinkommt – etwa über ein Solarpanel oder die Fahrt mit dem Auto. Senkt die nötige Kapazität direkt.
- Reserve (%)
- Sicherheitsaufschlag für kalte Tage, Zusatzverbraucher und Alterung. 20 % ist ein guter Startwert.
- Nutzbarer Anteil (%)
- Powerstations geben 85–92 % der Nennkapazität an den Ausgängen ab (BMS-Reserve und Wandlerverluste).
Typische Fehler
- Nur auf die Wattstunden schauen: Ein Wasserkocher braucht 1.500 W Dauerleistung – daran scheitern viele Geräte, egal wie groß die Kapazität ist.
- Anlaufstrom vergessen: Die Kompressor-Kühlbox mit 45 W zieht beim Start kurz 135 W.
- Nennkapazität voll ansetzen: Von 1.000 Wh auf dem Etikett kommen rund 900 Wh an den Ausgängen an.
- Alles über 230 V betreiben: Der Wechselrichter kostet 12–18 %. Kühlbox und Licht direkt an 12 V sparen spürbar.
- Kühlbox mit 24 Stunden rechnen: Sie taktet – im Sommer 8–12 Stunden tatsächliche Laufzeit.
- Mit dem besten Tag planen: Drei bedeckte Tage in Folge sind normal, wenn Solar die Nachladung übernehmen soll.
Annahmen und Grenzen
- Alle Geräte laufen jeden Tag gleich lang; saisonale Schwankungen sind nicht abgebildet.
- Die Nachladung wird als gleichmäßig über die Tage verteilt angenommen. Wie viel Solar tatsächlich liefert, rechnet der Solar- & Offgrid-Ertragsrechner.
- Der Anlaufstrom stammt aus den Vorlagen (Kompressoren Faktor 3, Motoren Faktor 2). Für eigene Geräte wird ohne Aufschlag gerechnet – das Datenblatt hat Vorrang.
- Die Geräteklassen der Empfehlung sind übliche Marktgrößen; einzelne Hersteller weichen ab.
- Temperatureffekte auf die Kapazität sind nicht berücksichtigt: Unter 0 °C liefern Lithium-Akkus deutlich weniger, und laden lassen sie sich oft gar nicht.
Häufige Fragen
Welche Powerstation brauche ich für ein Wochenende im Van?
Mit Kompressor-Kühlbox, Laptop und Licht landest du bei etwa 700–800 Wh am Tag. Für zwei Tage ohne Nachladen und 20 % Reserve sind das rund 2.000 Wh – also die 2-kWh-Klasse. Mit einem 200-W-Solarpanel, das täglich 600 Wh nachlädt, reicht auch die 1-kWh-Klasse.
Wie viele Wattstunden brauche ich pro Tag?
Leistung × Laufzeit, für jedes Gerät einzeln. Sparsam mit Licht, Handy und Laptop: 200–400 Wh. Mit Kompressor-Kühlbox: 600–900 Wh. Mit Kaffeemaschine, Wasserkocher oder Induktionsplatte schnell 1.500 Wh und mehr.
Reicht eine 1.000-Wh-Powerstation für einen Kühlschrank?
Für einen kleinen 230-V-Kühlschrank mit 60 W und 8 Stunden Laufzeit sind das rund 565 Wh am Tag inklusive Wechselrichterverlusten – die nutzbaren 900 Wh reichen also für etwa anderthalb Tage. Eine 12-V-Kompressor-Kühlbox ist deutlich sparsamer.
Was bedeutet Dauerleistung und Spitzenleistung?
Die Dauerleistung ist das, was die Powerstation dauerhaft abgeben kann (z. B. 1.000 W). Die Spitzenleistung ist eine kurzzeitige Reserve für Anlaufströme (oft das Doppelte). Dein stärkstes Gerät muss unter der Dauerleistung bleiben, sein Anlaufstrom unter der Spitzenleistung.
Kann ich einen Wasserkocher an einer Powerstation betreiben?
Nur mit mindestens 1.500 W Dauerleistung. Energetisch ist es unkritisch – sechs Minuten kochen sind 150 Wh –, aber viele kleinere Geräte schalten bei dieser Last ab. Prüfe die Dauerleistung, nicht die Kapazität.
Lohnt sich der 12-V-Ausgang gegenüber 230 V?
Ja, deutlich. Der Wechselrichter kostet 12–18 % der Energie und läuft im Leerlauf weiter. Kühlbox, LED-Licht und USB-Geräte direkt an 12 V oder USB-C angeschlossen sparen im Alltag 10–15 % des Tagesverbrauchs.
Wie groß sollte die Reserve sein?
20 % sind üblich. Wenn du im Winter unterwegs bist, im Grenzbereich planst oder die Powerstation mehrere Jahre halten soll, nimm 30 %: Kälte senkt die nutzbare Kapazität, und Zellen altern.
Powerstation oder feste Batterie im Fahrzeug?
Die Powerstation ist steckerfertig, transportabel und braucht keine Installation – dafür zahlst du pro Wattstunde mehr und die Wandlerverluste sind höher. Eine fest verbaute LiFePO4-Batterie mit Laderegler und Wechselrichter ist günstiger pro kWh und effizienter, aber Montage und Absicherung müssen stimmen.
Quellen und Grundlagen
- Herstellerdatenblätter von Powerstations (nutzbare Kapazität, Dauer- und Spitzenleistung, Solareingang)
- Solar- & Offgrid-Ertragsrechner dieser Seite für die tägliche Nachladung über Solar