Notstrom-Rechner: Wie lange überbrücke ich einen Stromausfall?
Der Strom fällt aus – wie lange kommst du damit aus, was du hast? Dieser Rechner staffelt die Antwort in drei Stufen: Notbetrieb mit dem Nötigsten, Grundversorgung und voller Komfort. Denn die größte Reserve liegt nicht im Speicher, sondern in der Entscheidung, was währenddessen wirklich laufen muss.
Besonders wichtig im Winter: Eine Gas- oder Ölheizung braucht nur Umwälzpumpe und Steuerung, zusammen rund 80 W. Das hält schon eine kleine Powerstation einen ganzen Tag am Laufen.
Ergebnis
Notbetrieb hält
1,1 Tage
4 Geräte, 1.605 Wh/Tag
- Grundversorgung
- 1 Tag
- 5 Geräte, 1.769 Wh/Tag
- Komfort
- 21 Std. 19 Min.
- 6 Geräte, 2.075 Wh/Tag
- Nutzbare Energie
- 1.843 Wh
- 90 % der Nennkapazität
- Höchste Dauerlast
- 100 W
- Anlaufstrom bis 300 W
- Sparbetrieb bringt zusätzlich
- 6 Std. 15 Min.
- gegenüber vollem Komfort
- Kühlschrank und Pumpen ziehen beim Anlaufen bis zu 300 W. Die Spitzenleistung deines Speichers muss darüber liegen, sonst schaltet er ab.
- Fast alles läuft über den Wechselrichter. Handys, Licht und Radio direkt an 12 V oder USB sparen die Wandlerverluste und den Leerlaufverbrauch – im Ernstfall schnell 10–15 %.
- Kühlschrank und Gefriertruhe zuerst geschlossen lassen: Sie halten 4–6 bzw. 24–48 Stunden von allein. Erst danach stundenweise nachkühlen.
- Der Anschluss von Heizung oder Hausverteilung an eine Ersatzstromquelle gehört in fachkundige Hände. Netzgekoppelte Anlagen ohne Notstromfunktion schalten bei Netzausfall ab.
Rechenweg anzeigen
- 1Nutzbare Energie: 2.048 Wh × 90 % = 1.843 Wh
- 2Notbetrieb (4 Geräte): 1.605 Wh/Tag → 1,1 Tage
- 3Grundversorgung (5 Geräte): 1.769 Wh/Tag → 1 Tag
- 4Komfort (6 Geräte): 2.075 Wh/Tag → 21 Std. 19 Min.
- 5Der Sparbetrieb kauft gegenüber dem Komfortbetrieb rund 6 Stunden zusätzlich.
So wird gerechnet
Bei einem Stromausfall läuft nicht alles weiter – und genau darin liegt die Reserve. Dieser Rechner zeigt deshalb nicht eine Zahl, sondern drei Stufen: Wie lange hält dein Speicher, wenn du nur das Nötigste betreibst, wenn du die Grundversorgung sicherstellst, und wenn alles weiterläuft wie bisher?
| Stufe | Was läuft | Typischer Verbrauch |
|---|---|---|
| Notbetrieb | Kühlung im Sparbetrieb, Heizungspumpe, Licht, Handys | 1.000–1.800 Wh/Tag |
| Grundversorgung | zusätzlich Router, Laptop, Wasserpumpe | 1.500–2.500 Wh/Tag |
| Komfort | zusätzlich Fernseher, Kochplatte, weitere Geräte | 3.000 Wh/Tag und mehr |
nutzbare Energie [Wh] = Speicher × nutzbarer Anteil
Verbrauch je Stufe [Wh/Tag] = Σ (Leistung × Laufzeit), 230-V-Geräte ÷ Wechselrichter-Wirkungsgrad
Dauer [Tage] = nutzbare Energie ÷ (Verbrauch − Nachladung)Die Heizung ist der wichtigste Verbraucher – und der günstigste
Gas- und Ölheizungen erzeugen ihre Wärme ohne Strom. Was Strom braucht, sind nur Umwälzpumpe und Steuerung, zusammen etwa 80 W. Ein 2-kWh-Speicher hält die Heizung damit rund einen Tag am Laufen. Das ist im Winter der Unterschied zwischen einer unangenehmen und einer gefährlichen Situation. Wärmepumpen dagegen brauchen die volle Heizleistung als Strom – sie lassen sich mit einer Powerstation nicht sinnvoll betreiben.
Kühlschrank und Gefriertruhe: erst mal gar nichts tun
Beide halten die Kälte eine Weile von allein. Ein geschlossener Kühlschrank bleibt etwa 4 bis 6 Stunden kalt genug, eine volle Gefriertruhe 24 bis 48 Stunden, eine halbvolle etwa die Hälfte davon. Entscheidend ist, die Tür geschlossen zu halten. Erst danach lohnt es sich, sie stundenweise wieder anzuwerfen – genau dafür stehen in den Vorlagen 6 Stunden Laufzeit statt der sonst üblichen 8 bis 12.
Rechenbeispiel
Einfamilienhaus mit Gasheizung und einer 2-kWh-Powerstation: Kühlschrank im Sparbetrieb, Heizungspumpe, LED-Notbeleuchtung, Handys und WLAN-Router – ohne Nachladung.
Eingaben
- Geräte im Stromausfall:
- Kühlschrank: 100 W × 6 h/Tag × 1 1–3 × 1 1/0
- Heizungspumpe: 60 W × 12 h/Tag × 1 1–3 × 1 1/0
- LED-Notbeleuchtung: 15 W × 5 h/Tag × 1 1–3 × 0 1/0
- Handys laden: 10 W × 3 h/Tag × 1 1–3 × 0 1/0
- WLAN-Router: 12 W × 12 h/Tag × 2 1–3 × 1 1/0
- Fernseher: 90 W × 3 h/Tag × 3 1–3 × 1 1/0
- Speicherkapazität: 2.048 Wh
- Nachladung pro Tag: 0 Wh
- Nutzbarer Anteil der Kapazität: 90 %
- Wirkungsgrad Wechselrichter: 88 %
Ergebnis
1,1 Tage
Notbetrieb hält
- Grundversorgung
- 1 Tag
- Komfort
- 21 Std. 19 Min.
- Nutzbare Energie
- 1.843 Wh
- Höchste Dauerlast
- 100 W
- Sparbetrieb bringt zusätzlich
- 6 Std. 15 Min.
Rechenweg
- Nutzbare Energie: 2.048 Wh × 90 % = 1.843 Wh
- Notbetrieb (4 Geräte): 1.605 Wh/Tag → 1,1 Tage
- Grundversorgung (5 Geräte): 1.769 Wh/Tag → 1 Tag
- Komfort (6 Geräte): 2.075 Wh/Tag → 21 Std. 19 Min.
- Der Sparbetrieb kauft gegenüber dem Komfortbetrieb rund 6 Stunden zusätzlich.
Die Variablen erklärt
- Geräte: Leistung, Laufzeit, Stufe, Ausgang
- Was im Ernstfall laufen soll, wie lange am Tag, ab welcher Stufe und ob über den Wechselrichter (230 V) oder direkt an 12 V.
- Stufe (1–3)
- 1 = Notbetrieb (unverzichtbar), 2 = Grundversorgung, 3 = Komfort. Damit entsteht die Staffelung im Ergebnis.
- Speicherkapazität (Wh)
- Powerstation, Hausspeicher oder ein Fahrzeugakku mit V2L-Funktion. 2.048 Wh ist eine übliche Powerstation, ein Hausspeicher hat 5.000–10.000 Wh.
- Nachladung pro Tag (Wh)
- Was während des Ausfalls hereinkommt: Solarmodul, Balkonkraftwerk mit Inselfunktion oder Generator. Im Winter deutlich weniger als im Sommer.
- Nutzbarer Anteil (%)
- Powerstations liefern 85–92 % der Nennkapazität. Hausspeicher reservieren oft zusätzlich einen Notstromanteil.
Typische Fehler
- Den Kühlschrank sofort wieder anwerfen: Geschlossen hält er 4–6 Stunden von allein, die Gefriertruhe bis zu zwei Tage.
- Die Wärmepumpe einplanen: Sie braucht die Heizleistung als Strom – mit einer Powerstation nicht zu betreiben. Gas- und Ölheizungen brauchen nur die Pumpe.
- Mit Solarertrag im Winter rechnen: Im Dezember liefert ein Modul einen Bruchteil des Sommerwerts – genau dann sind Ausfälle am kritischsten.
- Anlaufströme übersehen: Kühlschrank und Pumpe ziehen beim Start das Zwei- bis Dreifache ihrer Nennleistung.
- Alles über den Wechselrichter betreiben: Handy und Licht direkt an 12 V oder USB sparen die Wandlerverluste und den Leerlaufverbrauch.
- Den Speicher leer stehen lassen: Eine Powerstation nützt nur, wenn sie geladen ist – alle paar Monate nachladen.
Annahmen und Grenzen
- Der Verbrauch je Gerät wird als gleichmäßig über den Tag angenommen.
- Die thermische Trägheit von Kühlschrank und Gefriertruhe steckt in den Laufzeiten der Vorlagen (Sparbetrieb), nicht in einer eigenen Rechnung.
- Die Nachladung wird als gleichmäßig verteilt angenommen; tatsächlich hängt sie vom Wetter ab.
- Temperatureffekte auf die Speicherkapazität sind nicht berücksichtigt: In einem kalten Raum liefert der Akku weniger.
- Ob dein Hausspeicher überhaupt notstromfähig ist, hängt vom Gerät ab – viele Anlagen schalten bei Netzausfall ab und liefern gar nichts.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Powerstation bei Stromausfall?
Im Notbetrieb mit Kühlschrank, Heizungspumpe, Licht und Handys braucht ein Haushalt rund 1.600 Wh am Tag. Eine 2-kWh-Powerstation hält damit gut einen Tag, eine 5-kWh-Einheit knapp drei Tage. Läuft zusätzlich Komfort wie Fernseher oder Kochplatte, halbiert sich die Zeit schnell.
Läuft meine Heizung bei Stromausfall weiter?
Gas- und Ölheizungen erzeugen die Wärme ohne Strom, brauchen aber Umwälzpumpe und Steuerung – zusammen etwa 80 W, also rund 1.000 Wh am Tag bei zwölf Stunden Betrieb. Das schafft schon eine kleine Powerstation. Wärmepumpen brauchen dagegen die volle Heizleistung als Strom und lassen sich so nicht betreiben. Wichtig: Der Anschluss der Heizung an eine Ersatzstromquelle gehört in Fachhände.
Wie lange hält der Gefrierschrank ohne Strom?
Eine volle Gefriertruhe bleibt geschlossen 24 bis 48 Stunden kalt genug, eine halbvolle etwa die Hälfte. Ein Kühlschrank hält 4 bis 6 Stunden. Die wichtigste Maßnahme ist, die Tür zu lassen – jedes Öffnen kostet Stunden. Danach reicht es meist, das Gerät stundenweise laufen zu lassen.
Welche Speichergröße brauche ich für einen Blackout?
Für einen Tag Notbetrieb rund 2 kWh, für drei Tage etwa 5 kWh, für eine Woche 10 kWh und mehr. Deutlich günstiger als ein großer Speicher ist es, den Verbrauch zu senken: Wer im Notbetrieb bleibt, kommt mit einem Drittel der Kapazität aus.
Kann ich mein Balkonkraftwerk bei Stromausfall nutzen?
Normalerweise nicht: Netzgekoppelte Wechselrichter schalten bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab (Netz- und Anlagenschutz). Nur Geräte mit ausdrücklicher Notstrom- oder Inselfunktion liefern dann Strom – meist über eine separate Steckdose am Speicher. Prüfe das Datenblatt, bevor du damit planst.
Ist mein Hausspeicher notstromfähig?
Nicht automatisch. Viele Speicher trennen sich bei Netzausfall komplett ab. Notstromfähig sind Geräte mit Ersatzstromfunktion (eine abgesicherte Steckdose) oder mit Notstromumschaltung für den ganzen Hausanschluss – letztere braucht eine Installation durch eine Fachkraft.
Was bringt ein Solarmodul während des Ausfalls?
Im Sommer viel: 400 Wp liefern an einem guten Tag 1.500–2.000 Wh und können den Notbetrieb allein tragen. Im Dezember sind es nur ein paar hundert Wattstunden – trag deshalb einen realistischen Winterwert ein, wenn du für den Ernstfall planst.
Wie oft fällt in Deutschland der Strom aus?
Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer liegt laut Bundesnetzagentur bei rund 12 Minuten im Jahr – im internationalen Vergleich sehr wenig. Längere, großflächige Ausfälle sind selten, aber nicht ausgeschlossen; für die Vorsorge rechnet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit mehreren Tagen.
Quellen und Grundlagen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Vorsorge für den Stromausfall
- Bundesnetzagentur: Kennzahlen zur Versorgungsqualität (SAIDI)
- Herstellerdatenblätter von Powerstations und Hausspeichern (nutzbare Kapazität, Notstromfunktion, Dauerleistung)